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BIANCA JANKOVSKA ✍️ vie in bln

I don't bend millennial @rowohltverlag 23.10 #badassbynature NL mediascientist 🦂 digital strategy & boundaries as a creative @humboldt.uni no DMs - 📨

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The project was shot in summer 2018 in Berlin Moabit by @nrdlf and reflects on the complicated state of being an author in late capitalism. It is called "How To Be A Writer" and published today, exactly a week before my first book is finally being released. Hope you like the dramatic aesthetics.

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Der einzige Text, den man zur Frankfurter Buchmesse lesen muss, stammt von meiner Partnerin in Crime against ausbeuterische Kackscheiße @elisacrockeryard und befindet sich auf ihrem Blog. Sie schreibt dort, warum es problematisch ist, wenn Buchverträge nur noch im Tausch gegen Follower-Zahlen vergeben werden (Funfact: Ich hatte zum Zeitpunkt meines Vertragsabschlusses 800) und warum es wehtut, wenn das geschriebene Wort alleine nicht mehr zählt. #igreads #bookishfeatures #booknerd #bookphotography #bookstagram #bookporn #reader #literature #instareads #bookstagrammer #bookish #buchhandel #bookstore #buchhandlung #booksofinstagram #amreading #bookmark #booksbooksbooks #alwaysreading #booktography #bookishlove #becauseofreading #makereadingsexyagain

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Die S. und ich waren im Kino ums Eck und haben uns „#AStarIsBorn“ (auf Deutsch, sei dazugesagt) gegeben. Ich bin seit 2008 großer Gaga-Fan und so wollte ich mir auch ihre Zusammenarbeit mit Bradley Cooper nicht entgehen lassen. Ob es nun der deutschen Synchronisation geschuldet ist oder nicht: die 15. Neuverfilmung von „Ein Stern geht auf“ (1937) ist in vielerlei Hinsicht problematisch. 1. Die Frau (Ally) ist – wie soll es auch sonst sein – unsicher Obwohl Ally eine außergewöhnliche Stimme hat und schon lange auf der Bühne steht, wurde ihr von Männern aus der Industrie eingeredet, dass sie es nicht schaffen würde – aufgrund ihrer Nase. Jep. Erst als Jackson (Bradley Cooper) sie entdeckt und ihr versichert, dass sie eine schöne Nase hat, geht’s plötzlich mit dem Selbstbewusstsein. OK WTF did I just write. 2. Es wird suggeriert: du wirst schneller berühmt, wenn du mit einem bekannten Musiker schläfst Jackson entdeckt Ally, Ally und Jackson verlieben sich. Jackson holt Ally aus ihrem Kellnerinnenjob auf die ganz großen Bühnen und hilft ihr, erfolgreich zu werden. Welche Message bleibt hängen? Du kannst es als Frau nur schaffen, wenn du dich „hochschläfst“. Du kannst es nur schaffen, wenn da ein Macker ist, der dich aufgrund deiner Schönheit liebt, aufbaut und dann später ausbeutet, denn siehe nächster Punkt. 3. Grenzüberschreitungen & Abusive Behaviour überall? Jackson ist, Überraschung, Überraschung, das gute alte Musiker-Klischee: drogen- und alkoholabhängig. Obwohl er Ally mehrere Male enttäuscht, bleibt sie bei ihm, hört sich seine Scheiße an und HEIRATET IHN AUCH NOCH. Später wird er sie beleidigen, ihr sagen, dass sie „sauhässlich“ ist und sein Vater mehr Talent in seinem kleinen Finger hatte, um seine eigenen fragile Männlichkeit zu kompensieren und sich auf der Bühne bei einer Preisverleihung anpinkeln. Sie bleibt trotzdem bei ihm. Schließlich liebt sie ihn ja! Was irgendwo romantisch sein könnte, kommt im Film nicht rüber. Pluspunkt: Lady Gaga spielt und singt technisch fabelhaft, selbst, wenn mir der Soundtrack persönlich bis auf „I’ll Never Love Again“ nicht ganz zugesagt hat, weil er ihrer Größe als Sängerin einfach nicht gerecht wird.

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Mit der heutigen #Teatime verabschiede ich mich bis zur Book-Premiere. Alle Lesetermine sind auf dem Blog. Journalistin Marianna Deinyan hat etwas Interessantes über die Branche geschrieben: „In Print-Redaktionen sitzen oft brave u. etwas blasse Mittelschichts-Buben u. Deutsch-LK-Mädels aus der Kleinstadt.“ Wie viele Menschen haben dort schon einmal einen Antrag auf Arbeitslosengeld ausgefüllt? Wie viele Mitglieder der Redaktion haben Migrationshintergrund, sind People of Colour? Wie viele alleinerziehene Elternteile gibt es? Das Ergebnis spiegelt sich in den journalistisch wiedergegebenen Lebensrealitäten wider. Es ist genau dieser weiße Mittelklasse Journalismus, der viele ankotzt. Es geht immer um dieselben Dinge: Das Gründen von Start-Ups, erfolgreiche Mamas und Papas, Design-Klassiker, auf die man ein Auge haben sollte. An der TU Dortmund wurde im Sommer 2015 eine Studie zu Berufsperspektiven junger Journalisten mit Migrationshintergrund veröffentlicht. Der Anteil an ausländischen Journalisten in Deutschland lag bei vier bis fünf Prozent. Zum Vergleich: Innerhalb der deutschen Bevölkerung haben 19,5 Prozent einen Migrationshintergrund. Eintritt in die „Elite“ wird also vor allem jenen gewährt, die sich durch fünfjährige Studien quälen und am Ende auch noch dankbar für ein mit 1100 Euro vergütetes Ausbeute-Volontariat sind. Unterstützt werden sie nicht nur durch Stipendien, sondern auch zahlungswillige Eltern. Die Elite bildet sich dort, wo harte Zulassungsverfahren die angebliche Spreu vom Weizen trennen. Daraus entstehen Netzwerke, die für selbstgelernte Journalist*innen weder zu greifen, noch einzunehmen sind. Man „kennt sich“ untereinander und schanzt sich gegenseitig Jobs zu, von denen Außenstehende gar nicht erst erfahren. Bevor die „Elite des Journalismus“ also wieder darüber lamentiert, was „wir denn nicht alles falsch gemacht hätten“, sollte sie lieber einen Blick in die eigene Personalagenda werfen. Wer ist gegangen, wer geblieben? Wer unter einer Horde Akademiker-Kinder sitzt, die den Habitus ihrer Väter erfolgreich verinnerlicht haben, wird kaum dazu fähig sein, innovativen und vielfältigen Journalismus zu machen.

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"I think human consciousness is a tragic misstep in evolution. We became too self-aware, nature created an aspect of nature separate from itself, we are creatures that should not exist by natural law. We are things that labor under the illusion of having a self; an accretion of sensory, experience and feeling, programmed with total assurance that we are each somebody, when in fact everybody is nobody." True Detective, Season 1 and picture by @melanieziggelpictures #portraitphotography #shadowphotography #girlswithcurls #empoweringwomen #empowerwoman #boss #badassbynature #radicalsoftness #supportyourlocalheroes #berlinwedding

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Ich blocke selten. Nicht, weil ich es nicht gerne tue, sondern vor allem deshalb, weil Menschen, die blockiert werden, noch unvorhersehbarer reagieren, als sie es bereits ohne dem finalen Schritt der Grenzziehung tun. Kann sich noch jemand an die Sorte Ex-Freund erinnern, der einem plötzlich die absurdesten Dinge im MSN-Chat schrieb, nachdem man sich von ihm verabschiedet hatte? Eben. Menschen, die geblockt werden, müssen verarbeiten, dass ihr Verhalten, ihre Nachrichten, ihre Art und Weise der Kommunikation nicht dem entsprochen hat, was sich der Empfänger erhofft hat. Sie müssen Macht abgeben. Das anzunehmen, ist eine Kunst. Schließlich ist es hart, auf sich selbst zurückgeworfen zu werden und zu merken: „Oops.“ Das, was ich da getan habe, war womöglich doch nicht so cool, wie ich mir das abends vor dem Schlafengehen eingeredet habe. Das, was ich denke, kommt nicht an. Ich wurde auch schon zwei Mal geblockt. Zurecht. Ich habe jemandem ungefragt eine Meinung zukommen lassen, die verletzend war und dachte, dass ich damit davonkomme, meinen Shit an einem Ort abgeladen zu haben, der weit, weit weg von meinem geistigen Zuhause war. Aber der Shit verschwindet nicht, nur weil man ihn in einer impulsiven Nachricht abgeladen hat. Er ist ein Indikator dafür, wo man an sich arbeiten muss und zeigt Defizite auf, die man verdrängt hat. Heute würde ich gerne jenen raten, die aktuell von einer fremden Person oder vermeintlich guten Freundin geblockt wurden, nicht in den Agro-Modus zu gehen, und weiter auszuteilen, um das verletzte Ego zu retten, sondern eine Minute oder fünfundsiebzig still zu halten und zu überlegen. Und für die Spezialisten, die meinen, 1 Block sei doch nur ein empfindliches Eliminieren einer Person, die einem aus total "seltsamen" Gründen nicht passt: genau das ist es. Ein Block ist das – von mir aus – empfindliche, selbstbestimmte Eliminieren einer Person, die man nicht in seinem digitalen Garten haben möchte. Aus welchen Gründen auch immer. Ich lass doch auch nicht die Hunde meines Nachbarn reinscheißen, nur, weil sie süß aussehen? Jemanden zu blocken ist weder stark, noch schwach. Es ist eine Option von vielen, mit Konflikten umzugehen.

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Na? Wollt ihr wissen, welche zarten Pflänzchen ich in der Pre-Launch-Phase vom #millennialmanifest gieße und umtopfe? Gerade jetzt, so kurz vor der heißen Phase, ist es wichtig, dass mein Insta und mein Blog sowohl farblich konsistent als auch content-mäßig fucking on fleek sind, sodass sowohl Journos als auch neue Leser angesprochen werden und alle notwendigen Informationen über meine "Public Persona" auf einen Blick finden. Schon Wochen vor dem Launch habe ich Interview-Anfragen bearbeitet, neue Pressefotos schießen lassen und mich gemütlich und so stressfrei wie möglich auf Podcasts, Radiotermine oder Gastbeiträge vorbereitet, sodass zum Zeitpunkt der Release alles a) fertig und b) auf Vordermann ist und der Presse- und Medienbuzz so laut wie möglich werden kann. Dass die eine oder andere Kontroverse dabei sein wird: geschenkt. Sich alleine auf den Verlag zu verlassen, ist in Zeiten wie diesen (leider?) nicht genug, um ein Buch zu verkaufen. Ich denke, dass man als Autorin nicht mehr so "unnahbar" im Universum herumschwirren kann/darf, wie das vielleicht noch vor zehn Jahren der Fall war, sondern hier ehrlich und direkt von den schönen, interessanten als auch schwierigen Seiten seines Berufs berichten sollte und darf. Was würde euch noch zum Thema Autorinnen-Marketing interessieren? #solopreneur #lifeofawriter #officelife #worklifebullshit #journalist #writer #contentproduction #lifestyle #socialmedia #socialmediadaily #businesspunk #t3n #wework #coworkingspaces #edutainment #marketing

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Sich nicht betont sexy geben und sich trotzdem begehrenswert finden: Wieso ist das scheinbar so ein Widerspruch? Darüber schreibt @johv eine Kolumne auf @amazedmag und findet: „Sexyness“ ist ein diffuses Konzept. „Tatsächlich gibt es diesen Begriff noch gar nicht so lange: Denn er wurde erst mit der sexuellen Revolution relevant, als Körperlichkeit und Emotionen als zwei getrennte Bereiche betrachtet wurden und Sexualität zum Codewort für jede Form von Begehren wurde: Vor allem in Massenmedien, die von Anfang an mitbestimmten, was als sexy gilt und was nicht. Die Bilder, die wir jetzt im Kopf haben, wenn wir das Wort ‚sexy‘ hören, sind ein direktes Produkt von den medialen Darstellungen, die wir unser Leben lang serviert bekommen haben – meist waren es Bilder von halbnackten, schlanken, lasziven, gephotoshoppten, weißen und gesunden Frauenkörpern. Und weil Sexyness heute ein Platzhalter für Begehren im Allgemeinen darstellt, wird Menschen, die sich nicht als sexy sehen, gern mal Begehren und Begehrtwerden abgesprochen. Wenn man dann also sagt, dass man sich nicht sexy fühlt, dann hören die Leute ‚ich finde mich nicht begehrenswert‘. Aber das ist nicht das selbe.“

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Time for Tea #2. Heute möchte ich euch eine Anekdote zu meinem Buchvertrag erzählen, die sexistisches Mackerverhalten in der Literaturszene aufdeckt. Aber lest selbst: ich war gerade im less political Hamburg, um mir einen Brownie zu holen, als mich ein Angestellter meines Alters nach der Aufnahme der Bestellung fragt, warum ich denn heute in der Stadt sei. Dass ich keine Deutsche bin, war ihm wohl aufgefallen. Kurz überlege ich, irgendetwas zu sagen, spreche dann aber doch den wahren Grund an, nämlich dass ich bei Rowohlt war, um meine erste Deadline festzumachen. Und dann, kommt der Bummer. Er fragt mich, ich zitiere: “Ach, bist du wirklich so gut – oder hast du dich hochgeschlafen?” Der Satz muss erstmal sacken. Ich schaue ihn verdutzt an, was ihm immerhin noch ein „War nur ein Scherz! Hihi!“ hervorlockt, bevor er verunsichert zu seinem Chef – der im Übrigen daneben stand – hinübersieht. Dass ich seinen Spruch ganz und gar nicht lustig finde, kontert er mit einem: “Ach, so ist der Hamburger Humor eben, verstehst du keinen Spaß?” Erstmal bin ich perplex, höre nur noch, dass mir der Brownie nach draußen gebracht wird, gehe hinaus und setze mich zu meiner Freundin. Erzähle, was mir gerade widerfahren ist. Als der Brownie kommt, konfrontiert meine Freundin den Besitzer. Er ist verständnisvoll und sieht das Problem ein. Anders als der Betroffene, der wenig später ebenso hinauskommt und etwas davon labert, dass er “durchaus das Problem des Sexismus in der Gesellschaft erkannt habe” und dass er “sich auch aktiv dagegen einsetze.” Und das vorhin? Das war DOCH NUR EIN SCHERZ. Ja? Nur weil du in einem hippen Hamburger Szeneladen arbeitest und deine Röhrenjeans bei Cheap Monday kaufst, heißt das nicht dass du dich von deinem sexistischen Verhalten emanzipiert hast. Offensichtlich, sonst würdest du nicht vor uns stehen und allen Ernstes behaupten, dass ausgerechnet DU etwas gegen Sexismus tun würdest. Wo denn? Du hast mit deiner Frage Sexismus reproduziert, eine Frau öffentlich in einem Café mit einem Klischee konfrontiert, wogegen sich Frauen in verschiedensten Jobs herumschlagen müssen und behauptest, dass das nur ein lustiger, bubenhafter Scherz gewesen sei?

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Ihre erste Emanzipationserfahrung konnte Katrin keiner nehmen. Immer wieder half ihr die Erinnerung aus der Jugend dabei, Beziehungen und Verhältnisse zu hinterfragen sowie immer wieder neu zu entscheiden, ob es wirklich so weitergehen soll oder ob sie besser neu anfängt. Im Studium, im Job, bei Freundschaften, im Netz. Ich habe mir diese Passage rot angestrichen, weil ich ihr Credo auch selbst schon länger in meinem Alltag anwende, ohne dafür die passenden Worte gefunden zu haben. Danke!

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Last week was one of broken things. The first piece, my favourite japanese porcelain bowl, hit the kitchenfloor while cleaning. Then, two days later, I smashed a Club Mate at the grocery store and three days after that a tooth brush holder at my friend’s house at the Baltic Sea. As the glass fell to the ground, time stopped for a second. I couldn’t track it with my eyes. Some things really can’t be explained rationally. Can they? #brokenenglishclub #broken #smashit

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Ein Jahr und ein Monat bin ich jetzt schon selbstständig. Und es gibt so viel, was ich in den vergangenen dreizehn Monaten gelernt habe. Zum Beispiel diese 10 Dinge (und, dass ich nicht Grafikerin werden sollte, haha, siehe meinen "Donut"): 1. Die Selbstständigkeit kann genauso zum Hamsterrad verkommen wie die Festanstellung, wenn man sich nicht oft genug bewusst frei gibt. 2. Ich kann meine eigene tyrannische Chefin sein, die konstant unzufrieden ist, egal, wie gut der Laden läuft. Lockerlassen lautet die Devise. Ernsthaft. 3. Man kann gar nicht so genau einschätzen, wie sich das Jahr entwickeln wird. Also: besser breit, als schmal aufstellen, sodass man bei Interessens-Wechsel ein zweites oder drittes Standbein hat. 4. Wer eine eigene Brand aufbaut, muss Abstriche an unterschiedlichen Stellen machen. Bei mir ist es zum Beispiel die Zeit, die ich fürs Kommentieren auf anderen Accounts verwende. 5. Essensbelege aufheben zahlt sich nur aus, wenn der Steuerberater, der das dann pro Stunde bearbeitet und abrechnet nicht mehr kostet, als die Centbeträge, die man sich dabei spart. 6. Des einen Freelance-Tipp ist des anderen Untergang. 7. Schlechte Auftraggeber ignorieren, absägen, ghosten – aber ihnen bitte, bitte nicht nachlaufen. 8. Nichts schmeckt so gut wie Ausschlafen. 9. Es geht immer weiter. Und weiter. Und weiter. 10. Eine E-Mail kann dein ganzes nächstes Jahr verändern. Und ihr so? #solopreneur #lifeofawriter #officelife #worklifebullshit #journalist #writer #contentproduction #lifestyle #socialmedia #socialmediadaily #businesspunk #t3n #wework #coworkingspaces #edutainment #instagramstyle #instagramstyling #instagramtipps #instagramtips #instagraminsider #prblog #socialmediainsider #socialmediawien #instagramforbusiness #buildyourdigitalbrand

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when @melanieziggelpictures pictures you in the right lightning. #photography #altbau #altbauträume #igersberlin #igerswedding #bloggers_de

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Ich habe mir ein neues Format für Insta überlegt und es heißt: Tea-Time. Heute spreche ich darüber, was es psychisch bedeutet, Autorin zu sein. Wenn mich auf Partys jemand fragt, was ich mache, sage ich meist gar nichts, oder rücke doch raus mit der Sprache, woraufhin mich meist ein verwundertes „Also ich könnte das ja nicht! Da muss man sich ja mit den Kommentaren auseinandersetzen und überhaupt, viel zu anstrengend“ oder ein süßes „Oh, das würd ich auch so gern machen“ als Antwort erwartet. Auch ich habe mich lange gedrückt, Texte unter vollem Namen zu veröffentlichen. Nicht umsonst habe ich vor 4 Jahren dieses Pseudonym gewählt. Meine Befürchtungen drehten sich um die immer selben Fragen. Was sollen meine Eltern denken? Was sollen meine Bekannten, meine Arbeitgeber denken? Es gibt diesen Spruch, den ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufe, wenn die Gedanken nicht abreißen wollen: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“. Und trotz aller bisherigen Einsichten muss ich gerade unter Neulingen zugeben: Es ist nicht so, dass man als Autorin geboren wird, und von einem Tag auf den anderen das notwendige Selbstbewusstsein hat, um in der Öffentlichkeit zu bestehen. Es ist seltsam, wenn E-Mails oder Mentions mit Feedback eintrudeln. Schön, wenn Menschen so gerührt sind, dass sie weinen oder den Text über ihr Bett hängen. Besudelnd, wenn Menschen aus der Anonymität heraus angreifen, wo man doch selbst mit vollem Namen zu seinen Worten steht, weil man es zu seinem Beruf gemacht hat. Und genau hier kommen wir zum entscheidenden Unterschied: Indem man Dinge unter seinem eigenen Namen publiziert, erarbeitet man sich eine berufliche Legitimität. Seine Meinung am Stammtisch mit Freunden kundtun, kann jeder. Mit seinem Gesicht als Autorin, Wissenschaftlerin oder Bloggerin für etwas a einzustehen, nicht. Eine Haltung auch noch dann zu vertreten, wenn das eigene Gesicht darüber klebt, für jeden sichtbar. Wer denkt, er könne "das auch", soll es einfach mal versuchen und einen wordpress Blog mit bürgerlichem Namen anlegen. Es wird sich die ersten Monate sehr seltsam anfühlen. Danach wird der Prozess Schritt für Schritt zur persönlichen Befreiung.

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"Priority was never supposed to be a plural noun. One thing at a time, my friend. All that juggling you’re doing is, of course, impressive, but remember that you can, and should, focus on one thing at a time. You’re a powerhouse, I get it! But you aren’t called to bury yourself under the weight of a million priorities. Remind yourself that right now, the world isn’t going to stop spinning if you allow yourself to narrow your focus a bit. We need you and all your creativity, babe, but we also need you to clock out, unwind and remember that you’re killin’ it. You’re here! Look at how far you’ve come. Think about every obstacle you’ve conquered. Guess what? That’s who you are, and you’re going to keep killin’ it. It’s in your bones. Take that big, deep breath we talked about (I feel like I’m always taking in as little oxygen as possible!) It’s not a sigh; it’s a well deserved big gulp of oxygen! Go ahead, have a second one. Breathe satisfaction and peace over yourself today and not a spot more of shame. Create a rhythm for whatever you’ve got on the schedule today that gives you time to breathe, move, and enjoy the life you’ve got pumping through your veins. You deserve a big, beautiful day." Jenna Kutcher

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Ich, nach einem ganzen Tag vor dem Bildschirm.

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Im letzten Jahr ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich auf der Straße erkannt wurde. Einmal war ich gerade dabei, meinen Weg auf Google Maps zu finden, als eine Studentin auf mich zukam und fragte: „Bianca? Bist du es?“. Kurz dachte ich, mir sei der Name einer Person entfallen, die ich auf einer Party kennenlernte, aber es handelte sich dieses Mal nicht um den Irrtum meines Gehirns. Ich weiß, wie viele Menschen sich täglich meine Storys reinziehen, und doch bleiben Begegnungen wie diese seltsam surreal. Schließlich sehe ich die Menschen nicht, sondern lese nur ihre Nicknames. Es hat sich etwas verändert, im letzten halben Jahr zwischen meiner Umgebung und mir. Unbekannte fühlen sich verbunden mit mir. Unbekannte mögen mich (wie schmeichelnd!), während ich weder persönlich-aktiv etwas dazu beigetragen habe, noch Anteil an ihrem Leben nehme. Sie loben, schätzen, kritisieren und stellen mal bewusst, mal unbewusst Erwartungen an mich, auch aufgrund meiner Texte. Wer so viel so (pseudo)nah preisgibt wie ich, sagen die einen, darf sich nicht wundern, wenn Grenzen überschritten werden. Ich sage: wer so viel so (pseudo)nah preisgibt wie ich, braucht bald digitale Bodyguards, wenn wir das nicht gemeinsam als Community klären. Jene, die die unternehmerische Professionalisierung ihres Selbst noch nicht erlebten, und gerade nicht am eigenen Laib erfahren, fangen ungefragt an mir besorgte Ratschläge und Tipps zu geben. Sie vergessen, dass ich eine Kunstfigur erschaffen habe. Eine Public Persona, der ich mehr Raum geben muss, um mich als Privatperson zurückziehen zu können. Weil alles andere ungesund und strategisch kontraproduktiv für meine Zukunft wäre. Es hat mir zu denken geben, dass ich für manch Wenige zu einer Art Ersatz-Freundin avanciert bin, was mich letztlich dazu verleitete, das Essay "Über die Distanz zwischen dem wahren Ich und der öffentlichen Persona" auf meinem Blog zu veröffentlichen. Um Klarheit zu schaffen: Meine oberste Priorität ist und war das verschriftlichte, reflektierte Wort zum Zustand unserer Gesellschaft.

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"I used to date men who were obsessed with their creative projects. After a while, I realized that I didn't want THEM. I wanted to BE them. I thought being close to that energy might be enough. I thought that being loved by someone who was willing to give himself completely to the creative process was enough. I met a musician once who was consumed by his creations. I put him on a pedestal. I had so much crazy lust for him, it was almost stupid. But it wasn’t him — I hardly knew him — it was his focus, his total involvement and belief in what he did, that made me crazy. I wanted to have that kind of passion for myself. I SHOULD’VE BEEN CHERISHED. I refused to cherish myself. It was easier to pretend that all of that magic and passion belonged to someone else, and that I had to ask permission to get a little taste of it." Heather Havrilesky

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